Kleinwort auf Weltreise

Sizilien mit dem Wohnmobil

Wir fahren mit dem Wohnmobil nach Sizilien, OK – fangen wir mal an zu Planen.
Und dann auf dem Wohnmobiltreffen erzählt ein Kollege, wir fahren auch nach Sizilien, wir nehmen die Fähre von Genua nach Palermo – Oh.
Also ins Internet, auch die Fähre gebucht und am Sonntag den 27.08. ging es los, ganz entspannt erst einmal nach Bad Brückenau, weiter nach Wangen im Allgäu und dann den Sprung durch den San Bernadino bis nach Como, wo wir uns 4 Tage an das italienische Leben gewöhnt haben.
Am Montag den 04.10. ging es dann ganz gemütlich Richtung Genua, die Fähre soll ja erst um 21:00 ablegen, also haben wir genug Zeit für ausreichend Rast und Pause.
Dann zum Mittag kommt die Info „die Fähre hat 5 Stunden Verspätung „ – Puh – und nun? Wir fahren weiter nach Genua und hoffen, dass wir schon zeitig in den Hafen gelassen werden.
In Genua angekommen, dürfen wir zwar schon in den Hafenbereich einfahren, bekommen aber noch keine Bordkarte, egal, wir sind das 2 Fahrzeug auf den großen Parkplatz, stellen das Wohnmobil ab und da wir ja bis 02:00 Uhr Nachts Zeit haben, gehen wir erst einmal in die Altstadt von Genua und genießen die ungeplante Stadtbesichtigung.
Zurück im Hafen holen wir uns erst einmal unsere Bordkarten und als wir zum Parkplatz kommen ist dieser schon gut gefüllt mit LKW’s, PKW’s, Caravane und Wohnmobile und irgendwann kommen dann auch noch die Biker.
Ab jetzt heißt es warten auf die Fähre und als diese dann endlich angelegt hat beginnt das Entladen, welches sich wegen defekter Fahrzeuge doch recht schwierig und Zeitaufwendig gestaltet und als wir dann endlich auf die Fähre durften waren die Nerven bei allen schon sehr angespannt.
Aber trotz Stress und Müdigkeit haben wir es dann irgendwie geschafft und konnten unsere Kabine belegen – Gute Nacht.
Unseren Seetag, bei strahlender Sonne und glatter See haben wir nach einem guten Frühstück überwiegend an Deck und im Poolbereich verbracht, aber irgendwann wird die Seefahrt doch langweilig und immer nur lesen geht auch nicht.
Aber auch der längste Seetag geht irgendwann zu Ende und nach einer gefühlten Ewigkeit legt die Fähre spät abends um 23:00 Uhr in Palermo an, nachdem wir es mit unserem Wohnmobil trotz des italienischen Chaos von der Fähre herunter und auf die Straßen von Palermo geschafft haben, sind wir aber doch froh als wir endlich auf den Stellplatz angekommen sind – Puh, wir sind auf Sizilien, jetzt gibt es erst einmal ein Glas Wein zur Entspannung und dann ins Bett, morgen beginnt unser Sizilien Urlaub.
Unser Stellplatz liegt Stadtnah und so machen wir erst einmal eine ausgiebige Stadtbesichtigung, probieren unsere erste italienische Pizza und ein italienisches Bier – hm, lecker.
Gut ausgeruht und schon etwas angekommen auf Sizilien geht es weiter nach Mondello, wo wir unseren Forumskollegen treffen, der ja gleich von der Fähre hier her gefahren ist.
Mondello ist ein reiner Touristenort, es gibt hier zwar einige kleine Wandermöglichkeiten, aber in erster Linie nur Strand und Badebetrieb. Dafür werden wir bei Sonnenuntergang mit dem wunderschönen Blich auf den Monte Pellegrino entschädigt.
Mondello ist nicht unser Ding, also fahren wir weiter nach Castellemare del Golfo, wo wir auf einem Stellplatz im Hinterhof landen, also auch nicht so toll.
Aber das Bummeln durch den historischen Fischerort mit seinen urtümlichen Häusern, den engen Gassen und Treppen zum Hafen und den vielen schönen Restaurants entschädigen uns für den hässlichen Stellplatz.
Jetzt wollen wir mal Wandern, fahren in den kleinen Ort Scopello und zum Eingang des Zingaro Nationalpark, doch leider ist der Park wegen Sturm geschlossen und so suchen wir uns erst einmal einen Agritourist Stellplatz bei einem Weinbauer, der uns natürlich gleich seine Produkte anbietet und uns zur Weinverkostung einlädt. Hmm, lecker, wir kaufen 3 Liter Rotwein aus seiner eigenen Erzeugung in einer Plastikflasche für wenige Euro und nutzen den angebrochenen Tag für eine Ortsbesichtigung und zum Baden im Meer bei der alten Tunfischfabrik.
Am Nachmittag trifft uns dann der angekündigte Sturm mit voller Macht, wir sind zwar nur wenige 100Meter vom Stellplatz entfernt, aber es schüttet wie aus Eimern und schon nach wenigen Metern sind wir bis auf die Knochen Nass.
Am nächsten Tag scheint dann wieder die Sonne, der Park ist offen und wir können den 8km langen Park im aller Ruhe durchwandern und uns an der wunderschönen Natur erfreuen.
Ja, eigentlich war unser nächstes Ziel der Ort Sa Vito an der Westspitze von Sizilien,
da wir den Zingaro aber schon abgehakt haben, streichen wir dieses Ziel und fahren nach Marsala an die Südküste zum Baden und Radfahren, wir bedauern zwar dass wir die „Salzmühlen“ nicht gesehen haben aber ok, vielleicht kommen wir ja mal wieder.
Aber egal, wir fahren ganz langsam die Südküste entlang halten wo es uns gefällt, oder wo es was besondere zu sehen gibt, wie die alten Mauern der Katharger in Selinute, oder die Kalkfelsen der Scala die Turchi in Realmonte, wo wir den Stellplatz direkt oben auf dem Felsen mit herrlichen Blick über das blaue Meer genutzt haben.
Und immer wieder finden wir traumhafte Strände zum Baden oder einsame Strecken zum Fahrradfahren.
Am Abend nach der Fährüberfahrt hatten wir auf dem Stellplatz in Palermo ein Ehepaar aus Cuxhaven kennen gelernt, die Wollen hier an der Südküste für 2 Monate überwintern, also da wir schon mal in der Gegend sind, können wir die ja mal besuchen.
Also fahren wir auf den wunderschönen Campingplatz Scopello, wo wir gleich 4 Tage bleiben, es ist wirklich ein super Platz, mit allem Komfort und direkt am Meer. Hier haben wir die Möglichkeit für ausgedehnte Strandspaziergänge und weitere schöne Fahrradtouren.
Doch nach 4 Tagen Badeurlaub juckt es wieder und es geht weiter an den südlichsten Zipfel von Sizilien, wo wir in dem kleinen Ort Marzamemi unser Lager aufschlagen. Auch hier gibt es für uns viele Aktivitäten, neben Baden im Meer und Strandspaziergänge können wir hier wieder Fahrradfahren und im Vendicari Nationalpark wandern.
Jetzt haben wir etwas Pech, der erste Platz den wir anfahren liegt mitten in einer engen Stadt und trotz Navi und Karte fahren wir wohl immer am Platz vorbei, zu dumm und nachdem wir uns zweimal mit unserem Wohnmobil durch die Stadt gequält haben geben wir auf und suchen uns einen Alternativplatz. Es geht wieder durch eine sehr enge Stadt, auf einspurige Straßen mit hohen Natursteinmauern an den Seiten und sehr starken Bewuchs, Stellenweise wie durch den Urwald und als wir es endlich geschafft haben ist der Platz geschlossen.
Also wieder durch die engen Gassen zurück und nun? egal jetzt fahren wir hoch zum Etna, da werden wir ja wohl einen Übernachtungsplatz finden.

Wir stehen auf dem Mix-Parkplatz auf 2000Meter Höhe und haben einen phantastischen ausblick bis zum Meer, machen eine erste Wanderung auf den Sylvesterkrater und informieren uns über die Möglichkeiten der Etnabesteigung.
Ok. Mit kompletter Bergsteigerausrüstung gibt es Touren auf den Etna und bis an den Kraterrand, Normaltouristen kommen auf bis auf 3000 Meter und das geht dann in drei Stepps.
Zuerst mit der Seilbahn auf 2500 Meter, dann mit dem Offroad-Bus auf gut 3000 Meter und dann noch eine kleine Wanderung mit einem Bergführer in das Lavafeld und einen noch dampfenden Nebenkrater des Etna. Die letzten 300 Meter bis zum Krater des Etna sind dann nur mit Bergsteigerausrüstung zu machen.
Egal, hier ist uns das schon hoch genug, eine phantastische Mondlandschaft umgibt uns und beim Wandern auf den kleinen Krater merkt man schon die dünne Luft, aber der Rundumblick ist umwerfend und dafür haben sich die 63 Euro pro Person schon gelohnt.

Wir fahren zu unserem letzten Stopp auf Sizilien nach Letojanni einen beschaulichen Badeort in der Nähe von Taromina wo wir uns bei einem letzten guten Fischessen von Sizilien verabschieden.
Jetzt noch die letzte Etappe bis Messina zur Fähre und dann rüber auf das Festland nach Villa San Giovanni.
Das Ticker für die Fähre haben wir einer jungen Familie abgekauft, die sich überlegt haben mit der Fähre von Palermo aus zurück zu fahren, also können wir ohne am Ticketschalter anzuhalten, direkt bis zur Fähre vorfahren und uns in die Warteschlange einreihen.
Die Fährüberfahrt dauert 20 Minuten und vom Hafen in Villa San Giovanni bis zur Autobahn sind auch nur wenige km und so kommen wir zügig voran und erreich schon am frühen Nachmittag unser erstes Ziel auf dem Festland, das Bergdorf Tropea.

Nachdem wir jetzt zwei Tage lang viele Treppen gestiegen sind und Tropea von allen Seiten besichtigt haben geht es weiter nach Pompei, wo wir auch einen Stellplatz im Hinterhof landen, dafür aber mitten in der Stadt und absolut ruhig, was wollen wir mehr.
Also fahren wir nach einer entspannten Nacht mit der Regionalbahn nach Neapel, wo wir den Tag mit Stadtbesichtigung durch enge Gassen und über Plätze verbringen.
Und was uns im Palermo schon aufgefallen ist, ist hier noch extremer, das hohe Militär und Polizeiaufgebot, überall in den Fußgängerzonen und auf den Plätzen stehen Militärfahrzeuge und bewaffnete Soldaten, überall Polizei und Carabinieri, was anfangs etwas ungewohnt ist.
Am nächsten Tag geht es in die alte Stadt Pompei, wo wir von den Ausmaßen und der damaligen Architektur und Infrastruktur sehr angetan sind. Im Vergleich mit heutigen Städten war Pompei damals schon der Zeit weit voraus, Straßen mit Fußwege, Abwasserleitungen, Regenentwässerung, Wasserleitungen, Straßen mit Läden, Gaststätten, Herbergen und Straßen mit Reihenhäuser mit Gärten.
Stadtrundfahrt mit dem Wohnmobil durch Rom, war zwar nicht geplant, aber unser Navi meinte wir sollten da mal durch, also haben wir eine Abfahrt zu früh genommen und sind quer durch Rom zum Stellplatz gefahren, der eigentlich nur 4 km von der Autobahn entfernt liegt.
Auf dem Stellplatz angekommen haben wir uns dann gleich ein Busticket gekauft und sind zu einer ersten Erkundung in die Stadt gefahren.

Am nächsten Tag haben wir uns zwar ein Ticket für den Hop On Hop Off Bus gekauft, welchen wir aber wegen der extrem langen Warte- und Standzeiten nur wenig genutzt haben. Wer wie wir gut zu Fuß ist, kann Rom auch komplett zu Fuß erkunden.
Rom ist schon beeindruckend, das Colosseum, der Kaisepalast und der Cirkus Maximus, oder der Vatikan sind schon beeindruckend, aber auch die spanische Treppe, der Trevibrunnen und die Gassen und Plätze der Stadt lohnen einen Besuch.

Und nach so viel Stadt und alten staubigen Steinen wollen wir uns mal wieder entspannen und so fahren wir in die südliche Toskana zu den Thermen von Saturnia, wo wir uns zwei Tage in den warmen Schwefelquellen entspannen können.

Unsere Reise nährt sich dem Ende und irgendwie ist unser Kopf auch nicht mehr aufnahmefähig, wir verbringen noch zwei Tage in Marina de Pisa, wo wir noch eine 60km Fahrradtour bis Pisa unternehmen, fahren für einen Tag nach Parma und an den Lago Maggiore bevor wir mit einem Zwischenstopp in der Schweiz wieder nach Deutschland einreisen.

In Deutschland stoppen wir dann noch einmal in Leutkirch im Allgäu, in Hammelburg und in Hannoversch Münden, wo wir unsere Reise mit einer letzten Fahrradtour bei den letzten Sonnenstrahlen an der herbstlichen Fulda abschließen.
Am Nachmittag den 14.10. sind wir nach unserer siebenwöchigen Italienreise und 4800km über Wege, Straßen und Autobahnen mit unserem Wohnmobil wieder zuhause angekommen.

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